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Urban Gallery Pop-Up-Store in Berlin
28/05/2010 / Anja Base
Vom 29. Mai bis zum 26. Juni gibt es in Berlin einen feinen, temporären Store, in dem lauter interessante Dinge von innovativen Labels zu haben sind. Zum dritten Mal wird die Urban Gallery bereits von UNDPLUS veranstaltet, dieses Mal in der Torstraße 66.
Wir empfehlen euch am Samstag, den 29. Mai zur Eröffnung zu gehen, um die frischesten Sachen zu ergattern. Mit dabei sind Labels wie Looky Looky, Woo Woo, Wasted German Youth, Violent Elegance, Lousy Livincompany und Keinemusik. Aber auch wenn ihr am Samstag schon etwas anderes vor habt, lohnt es sich ganz sicher im Laufe des Monats ein Blick hinein zu werfen.
Urban Gallery #3
Pop-Up-Store
Torstr. 66
10119 Berlin
Öffnungszeiten:
Mo - Sa 12:00 - 19:00 Uhr

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Bonaparte im Interview
27/05/2010 / Lukas Bauer
Bonaparte stehen mit ihrem neuen Album My Horse Likes You in den Startlöchern. Grund genug, um uns mit dem Kopf der Band, Tobias Jundt, zu unterhalten.
Euer neues Album steht ganz im Zeichen eurer Liveauftritte: schnell und geradlinig nach vorne.
Tobias Jundt: Ja, wer uns live gesehen hat, weiß, dass es bei uns darum geht, sich zu bewegen. Jeder Besucher soll bei einem Konzert schon einige Liter Schweiß verlieren... Aber gleichzeitig soll das Ganze auch nicht auf den Kopf gefallen sein. Ich versuch' so zu texten, dass man seine Hirnwindungen aktiv halten muss, während man Party macht. Nicht immer leicht, aber möglich.
Eure Liveshows sind ja fast schon legendär. War es eher eine Pflichtaufgabe, ein neues Album zu machen, um dann wieder auf Tour gehen zu können?
Tobias Jundt: Man verkauft zwar kaum noch Platten, aber es ist die Voraussetzung, dass man wieder auf Tour gehen kann. Es hängt schon alles zusammen. Aber es ist auch für uns wichtig, uns mal wieder zurückzuziehen, Songs zu schreiben, aufzunehmen und dann auch zu proben, damit sie live wachsen können. Wir haben jetzt 3 ½ Jahre das erste Album gespielt, jetzt müssen wir auch mal neue Songs aufnehmen, dass man nicht in so eine „täglich grüßt das Murmeltier“-Endlosschleife gerät.
Bei eurem Video zu „Computer in Love“ bleibt man ja automatisch bei diesem Kostüm hängen.
Tobias Jundt: Das ist eine Mischung aus allem Möglichen... Die Hose hab' ich im Theater entdeckt, die hatte so metrische Formen, da wollte ich so eine Hose machen – so larger than life. Das Oberteil hab ich aus einem Secondhand-Laden und die Haare machen wir ja selber. Die kann man bei uns auch im Merch kaufen. Wir kreieren da immer mal wieder neue Tiere – je nach Lust und Laune. Unsere Kostüme haben immer eine lange Entstehungsgeschichte. Wir machen mal was neu, irgendwas wird uns geklaut, wir verlieren was und dann bleibt immer alles in Bewegung. Hauptsache es bleibt immer schön bunt.
Lass uns beim modischen Aspekt bleiben. Wie wichtig ist Style zusätzlich zu eurer Musik?
Tobias Jundt: Wir sind alle sehr visuelle Menschen. Wir machen unsere Kostüme selbst, wir haben Spaß an dem, was wir anziehen oder eben nicht anziehen. Auf der Bühne kann man das mehr ausleben als im Alltag. Da kann man auch mal z.B. Werkzeuge oder Kisten zu Kostümen umfunktionieren. Wir machen das alles selber und das finde ich schon wichtig. Aber in erster Linie geht es um die Songs und die Musik. Die Kostüme darf man nicht überbewerten.
Ist es für euch überhaupt möglich, mal leiser zu treten und euch zurückzuziehen?
Tobias Jundt: Das ist total schwierig, mich müsste man schon einschließen; in ein Kämmerchen, dann abschließen und mich drin lassen. Dann mach ich da was und wenn man mich wieder raus lässt, dann hab ich den Song fertig. Den kalten Winter in Berlin hab ich dazu genutzt, mich auf das zweite Album zu konzentrieren. Obwohl es durch das viele live spielen wirklich eng wurde, aber wir haben es fertig bekommen.
Habt ihr überhaupt schon Gelegenheit gehabt, eure Entwicklung zu realisieren? Es ist doch sehr schnell gegangen vom Pfarrheim in Paderborn hin zum Southside Festival vor zig tausend Menschen.
Tobias Jundt: Man will das gar nicht so wahrnehmen. Dann denkt man viel zu viel darüber nach. Eigentlich soll man einfach weiter machen, so wie man angefangen hat. Man muss machen, was einem Spaß macht, nicht zu viel überlegen, was die Zuschauer auf dem Hurricane, Southside oder Roskilde erwarten. Ich freu mich schon aufs Spielen, aber natürlich wird es sowieso nie mehr wie's mal war. Aber wir machen das Beste daraus. Man darf sich da nicht so einen Kopf machen. Es soll einfach um den Moment gehen. Egal, ob du mit Freunden in einem Kellerloch spielst oder auf einem großen Festival.
Du musst dahin kommen, dass die Stimmung gut ist. Für alle. Aber das ist die Herausforderung, dass du so spielst, dass alle auf ihre Kosten kommen. Am Ende machen wir einfach das, was wir immer gemacht haben. Manchmal vermisst man auch die alten Zeiten, aber es geht einfach weiter. Ich überlege mir das gar nicht so. Es kommt, wie es kommt.
Was hat es mit eurem Zirkus-Konzept auf sich?
Tobias Jundt: Das ist eigentlich nur so eine Marke. Ich hab anfangs entweder alleine gespielt oder mit der Band oder mit Freunden, Tänzern und Co. auf der Bühne. Deswegen hab ich das so unterschieden – Solo-Shows, Band-Shows, Zirkus-Shows. Das war ein Zufall, dass das dann plötzlich "der Zirkus" genannt wurde, oder mein Outfit wie ein Zirkuskostüm aussah. Eigentlich dachte ich an eine alte Husaren-Uniform.
Wie sehr, sehr vieles bei Bonaparte ist das Zufall. Aber irgendwie passt es ganz gut; bezüglich der Hingabe aller Leute in der Truppe, erinnert das schon an die alten glorreichen Tage der Zirkusreisenden, die durchs Land zogen. Ich finde die Vorstellung eigentlich ganz schön, dass wir ein Zirkus sind. Ein Zirkus, der sich mit Haut und Haaren dieser Show hingibt und hergibt.
Beim neuen Album My Horse Likes You sind Modeselektor mit an Bord, von Siriusmo gibt es einen Remix... Es scheint so, als hättest du dich gut eingelebt in der Berliner Szene.
Tobias Jundt: Das war eigentlich schon immer ein bisschen da. Ich bin nach Berlin gekommen und hab begonnen, mit Leuten Musik zu machen und so hat sich dieses Kollektiv gebildet. Und natürlich haben sich so auch Verbindungen zu anderen Bands, Künstler und DJs ergeben. So sind wir alle auch irgendwie Freunde geworden. Mit Modeselektor haben wir ja nicht nur einen Song auf dem Album gemacht, sondern wir werden auch beim Melt-Festival mit ihnen live spielen. Das wird so das Gegenteil von Moderat werden. (lacht)
Das neue Album My Horse Likes You von Bonaparte erscheint am 4. Juni 2010.
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TODAY WE LIKE: MTV’s World Cup commercials
26/05/2010 / Marc Zedler
When I saw these new MTV commercials, I scratched my head in disbelief. Each of the quirky anti-World Cup spots are hilarious as they are peculiar.
It makes you wonder just what exactly does MTV have to do with the World Cup? Jose Molla, founder and creative director of MTV’s international agency, puts it in perspective: "It's such a huge event around the world, and people get so passionate about it, that it's good for MTV to address this incredible moment in an ironic way. It shows how people get totally into the World Cup, but from a different angle."
Highlighting obsessive fan behavior, each of the commercials concludes with “We understand why you aren’t watching MTV.” The three spots have already been broadcasted and we’re hoping more will follow. To underline the World Cup’s international appeal, Korean, Russian and Spanish commercials have all been released.
Our favorite spot has to be the Spanish-speaking hamster, “Spooky.” We don’t want to give away too much - so just imagine a giant hamster with a chainsaw. Watch all three spots below:
MTV - SPOOKY from Summer on Vimeo.
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Claude Cahun - The Quiet Surrealist
26/05/2010 / Viktoria Pelles
Gegen Jede Vernunft (Against All Reason), a comprehensive Surrealist exhibition in the modest town of Ludwigshafen, recently devoted the Kunstverein Ludwigshafen exclusively to Surrealist photography from Paris and Prague. The photographic medium played a major role in this most momentous artistic movement of the twentieth century; up to that point photography primarily served to depict reality and Surrealists were the first to appropriate it for the exploration of life’s hidden mysteries, turning the everyday into something magical. In an extensive exhibition encompassing 180 works by artists like Dora Maar, Lee Miller and of course Man Ray, the images of one woman undeniably stand out.
On first coming across the work of Claude Cahun you can’t help but be struck with disbelief. Disbelief that an artist with so much expressive, original work (as a photographer, writer and activist) can go largely unnoticed for close to fifty years. It’s astonishing to think that her photos with their quirky cast of characters – a sailor, two-headed Siamese twins, a puppet, a pilot, an Egyptian queen – precede by more than 50 years the work of modern female photographers, perhaps most notably Cindy Sherman, also well-known for her elaborately staged ‘self-portraits’.

Claude Cahun, Self Portrait, ©2009 By Chr. Belser AG fur Verlagsgeschafte & co.kg, Stuttgart 61
As the first encounter with her arresting expression will assure you, Lucy Schwob (1894-1954), who settled on the sexually ambiguous ‘Claude Cahun’ as her artist pseudonym around 1919, is one of the most fascinating creatures of the avant-garde movement. With an aesthetic quality entirely comparable to Man Ray or Germaine Krull, Cahun’s work offers another level of complexity through the impact of her own piercing stare as well as the progressive – even by contemporary standards – commentary it offers on gender and identity as a whole.
Being a woman, a lesbian, a Jew and an artist would generally impose some societal confines. Cahun manages to transcend all of these by manipulating her appearance in her art. While her photos essentially revolve around her own face and body, she eschews the obsession with the female image ‘l’amour fou’ of her surrealist colleagues. As a context, consider the perfectly staged and stylized Hollywood diva portraits so popular and prevalent in the day to understand the subversive brilliance of the portraits.
Cahun’s direct and piercing look – a genuine rarity in any female portraits – displays an unforced confidence that dissolves the convention of the female figure as an erotic symbol to be marvelled at, and simultaneously dismisses any notion of cross-dressing, transvestism or problematic sexuality that such ‘subject matter’ might otherwise suggest.

Jewish Museum/New York, CHR. Belser AG fur Verlagsgeschafte & Co.KG
The intensely focused and confident gaze also manages to demolish our ritual of voyeurism – or indeed exhibitionism on part of the model. Not nearly enough is known about the way in which Cahun worked and why her work didn’t receive the acclaim it warranted until the early nineties. The systematic disregard of women in art history and the male-dominated Surrealist movement is partly to blame of course, but it’s also possible that Cahun made the majority of her photographic work as an exploration of herself and the ideas of her life-partner, Marcel Moore (née Suzanne Malherbe), never really intending it to be publicly viewed.
In 1937, Cahun and Moore settled in Jersey where, after German occupation in the war, they were active as resistance workers and propagandists, always using an artistic slant to undermine the enemy. In many ways, Cahun’s life and work was all focused on undermining a certain authority.
While the exhibition in Ludwigshafen will have finished by the time of publishing, we recommend the official exhibition catalogue, which ranks as a new standard work on Surrealism. The book is richly illustrated and contains essays by Reinhard Spieler, Didier Ottinger, Barbara Auer and others. Published by Belser Verlag.

Claude Cahun, Aveux Non Avenus, PL. I, 1929/1930, GElatinepapier, Neuabzug

TO LEARN MORE ABOUT WOMEN IN SURREALISM WE RECOMMEND:
Gegen Jede Vernunft. Surrealismus Paris - Prag, EDT by Barbara Auer ETC., CHR. Belser AG Verlagsgeschafte & Co. KG, Stuttgart 2009
Kunstlerinnen im Surrealismus, EDT. By Karoline Hille, CHR. Belser AG Berlagsgeschafte & Co. KG, Stuttgart, 2009
Disavowals: or Cancelled Confessions, MIT Press, By Claude Cahun.
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OMD kehren mit einem neuen Album auf die Konzertbühne zurück
26/05/2010 / Jonas Morea
Eine der einflussreichsten Bands der letzten 30 Jahre ist zweifelsfrei Orchestral Manoeuvres in the Dark, die noch in diesem Jahr mit einem neuen Album auf Tour gehen. Das ist insofern eine Erwähnung wert, weil ihr letztes Album vor 14 Jahren erschien und auch die Zeiten als sie Musikgeschichte schrieben, eher in den 80ern zu verorten sind. Genannt sei hier ihr Meisterwerk "Architecture and Morality", dessen Anleihen sich noch heute bei Musikern wie The XX oder LCD Soundsystem wiederfinden lassen.
Das neue Album trägt den angemessenen Titel History of Modern und auf diesem kehren OMD zum klassischen Band-Line-Up mit Andy McCluskey, Paul Humphreys, Martin Cooper und Malcolm Holmemit zurück. Einige der Songs sind klar für die Tanzfläche bestimmt, aber auch abstraktere Electro-Entwürfe, die an die Pioniertage ihrer frühen Arbeiten erinnern, sind enthalten. Einen Vorgeschmack gibt es auf der Band-Seite, dort kann man eine Demo-Version von "Sister Marie Says" herunterladen.

